Nachdem nun endlich die Anleger eine „gewisse“ Immunität gegenüber den schlechten Meldungen aus Griechenland und Spanien, zu entwickeln begannen, wurden sie am Freitag von schlechten Nachrichten aus den USA ( deutlich weniger Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft als erwartet) auf dem falschen Fuß erwischt. Dies geschah ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Kurse eine Bodenbildung begonnen hatten und sich an einer charttechnisch wichtigen Position befanden. Wenn dies jemand beabsichtigt haben sollte, wäre das ein Volltreffer gewesen.
Chart-Besprechung
Die Woche hatte über der Unterstützung von 6400 Punkten eröffnet und so mancher Anleger wähnte sich schon mitten in der Bodenbildung, nach der es charttechnisch auch wirklich aussah. Bis am Donnerstag ging es mehr oder weniger seitwärts, in einer Range zwischen 6300 und 6450, was tatsächlich einer Bodenbildung glich. Aber bereits am Donnertag, kurz vor Börsenschluss, stieg die Nervosuität in Erwartung der Wirtschaftsdaten stark an und die Kurse gingen zurück auf ca.6260 Punkte. Dann kam der Freitag und stellte alles in Frage, denn die Kurse durchbrachen alle vermeintlich stabilen Unterstützungen wie die 6200, 6150, 6100 und sogar die 6000 wurde getestet. Das war schon ein mittleres Börsenbeben, wenn auch am Ende der Dax versöhnlich über der 6050 die Woche beschließen konnte.
Die Markierung zur Bodenbildung ist im Chart entfernt und dafür die wichtigen Unterstützungen bei 6000 (fett), 5850 und 5350 sind eingezeichnet.
Wochengewinner/-verlierer
Diese Woche konnten sich nur zwei DAX-Werte in den grünen Bereich retten, alle anderen waren zum Teil tiefrot.
Die beiden Top Werte dieser Woche waren MAN(+2,03%) und Metro (+1,44%) und auf Platz 3 Linde (-0,90%), die bereits im Minus lag. Man profitierte von der spekulation, dass VW MAN komplett übernehmen könne und Metro vom Verkauf seiner britischen Töchter, die den Konzern belasteten.
Die Flops dieser Woche waren Allianz (-7,61%), vor der Deutschen Bank ( -7,62%) und dem Schlusslicht ThyssenKrupp ( -9,24%).
DAX-Wochenergebnis: 6.050,29 -4,57% (Vorwoche 6.339,94)
Die Indikatoren
Der MACD konnte sich in dieser Woche brach nach zwischenzeitlicher Erholung stark ein und steht nun bei -114,77 zu -103,57 (VT -108,10 zu -103,80) Punkten und hat damit erneut ein Verkaufssignal ausgelöst, nachdem der Chart die Signallinie wieder nach unten durchbrochen hatte. Der Abstand beträgt nun -11,2 Punkte (Vorwoche -4,3) zur Signallinie, die im Wochenverlauf schon nach oben durchbrochen worden war. Wir sahen also in dieser Woche ein Kauf- und Verkaufssignal.
Auch der RSI brach nach zunächst gutem Wochenverlauf 31,10 (Vorwoche 40,91) Punkten ein und steht nun kurz vor der überverkauften Zone, die unter 30 beginnt.
Fazit und Ausblick
Von Trendwende also keine Rede mehr diese Woche, zumindest nicht mehr seit dem Freitag. Es scheint, die SKS Formation hat also doch noch zugeschlagen, wenn auch recht verspätet. Nun bleibt den Anlegern nicht mehr viel übrig, als abzuwarten, ob sich nun bei 6000 eine Bodenbildung zeigt oder ob auch diese Linie noch nach unten durchbrochen wird, was bei der aktuellen Katastrophenstimmung kein Wunder wäre. Nach den alten Börsenregeln nähert man sich allerdings dem Ende der Katastrophe, wenn diese übertrieben Angst unter den Anlegern verbreitet und alle befürchten, dass es nie mehr steigende Kurse geben könnte. Sollten sich die Politiker und die Banken, samt den USA, China und Europa auf eine gemeinsame Aktion einigen, könnte es sein, dass sich alles wieder zum Guten ändert. Ob das allerdings geschieht, steht sozusagen in den Sternen und solange bleibt uns vermutlich die volatile, nervöse Lage erhalten.
In diesem Sinne eine erfolgreiche Börsenwoche – Jo_Trader
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